Jahreshauptversammlung Arminia

Als ich gestern zu der JHV ging wusste ich, dass es lange dauern würde und ich vielleicht das Ende nicht mehr miterleben würde, aber dass dann doch alles anders kam, damit hatte ich nicht gerechnet. Aber mal der Reihe nach.

 

Ich tauchte gegen 18.10 Uhr auf und war froh, dass Freunde von mir schon sehr weit vorne in der Schlange standen. Nach Einlasskontrollen von Prodiac wie am Flughafen (Hallo Arminia-Ordner! Da könnt ihr was lernen) ging es nach oben, denn die JHV sollte dieses Mal weder im alten VIP-Raum der Schuecoarena stattfinden, noch im kleinen Saal sondern im großen Saal der Stadthalle. Auch trotz des Rückzuges von Kentsch war es voll, nicht zuletzt weil die kritischen Arminen (nein, das sind nicht die, die Rumprollen) Gegenkandidaten angesetzt hatten um den alten Arminia-Filz zu durchbrechen. Als ich hinging zur Versammlung wusste ich noch nicht wen ich wählen sollte, da ich die meisten nicht kannte. Weder die von den kritischen Arminen, noch einen Großteil der von Arminia vorgeschlagenen Leute. Mit Lämmchen und Mamerow habe ich kein Problem, aber die anderen wussten mir nichts zu sagen. Motto war also: Mal gucken was die Kandidaten so sagen.

 

Nach der Anmeldung (ganz professionell mit Computer - ich vermisse etwas die altmodischen Ordner ) und dem üblichen Geplänkel (welches erst gegen 19.45 Uhr los ging, der große Andrang) kam als erster 'Höhepunkt' die Aussprache von Schwick und da fiel des öfteren das Wort Respekt. Ein Wort, dass an diesem Abend öfter fiel, aber nicht nur an dem Abend eben nicht von allen Beteiligten und Fans eingehalten wurde. Aber was soll man sich dann auch wundern, warum die Jugendlichen nicht mal das Wort kennen, bei dem Vorbild, das einige Erwachsene da abgeben. Sei es die, die in Foren rumpöbeln (um das klarzustellen, dass machen nur einige wenige!) oder auch Fans vor Ort oder auch Redner und Kandidaten, die meinen nur weil sie am Mikro stehen, wären sie der Mac. Ich fand Schwicks Rede letztlich ganz okay, weil ich es auch, bei all seinen Fehlern, gut verstehen kann, wenn man nicht immer beschimpft werden will. Ich finde es auch gut, dass endlich mal öffentlich gemacht wurde, wie Schwick und Bruchhagen damals den Verein vorm Lizenzentzug gerettet haben. Thomas von Heesen hatte das damals (so vor ca. 10 Jahren) mal auf einem Fanabend erzählt, aber das wollte nie einer hören, wenn ich das erzählte. Dazu hat es viel zu sehr Spaß gemacht Bruchhagen als Bruchkopp zu verhöhnen, nur weil er zugegebenermaßen kein chraismatischer Enterainer ist und sparen musste ohne Ende. Aber das nur am Rande.

 

Nachdem verdienten und absolut überfälligen Abgang Schwicks (ich sage überfällig, weil ich der Meinung bin, dass er es als Präsident nie geschafft hat durchzugreifen und immer andere Menschen die Macht erlangten und Präsident spielten - erst Lamm, dann Kentsch - falsch verstandene Dankbarkeit?) wurde es dann aber richtig spannend. Die Kandidaten sollten endlich vorgestellt und dann auch gewählt werden. Der Moment auf den wir alle gewartet hatten.

 

Als erstes betrat nun Herr Obermann die Bühne. Der von mir zuvor noch leicht favorisierte (er konnte sich noch nicht in verschiedenen Zeitungsinterviews blamieren) Obermann ging ans Pult und fing erst Mal an den Macker herauszuhängen. Er lehnt sich Politiker-like ans Redner-Pult und beschwerte sich über die Luft und dass er doch nichts zu trinken bekommen hätte und fand sich dabei total locker und cool. Ich sag nur eins: Verschissen in 5 Sekunden. Ich dachte echt, da steht ein Politiker vor mit und kein Kandidat für MEINE Arminia! Aber nun gut, sollte er mal anfangen, würde sicherlich alles besser werden. Die Rede glich dann eine Trauerrede, bei der inhaltlich nicht viel gesagt wurde, ich aber fast einschlief. Desto länger er redete, desto mehr dachte ich, dass Gerhard Schröder an einem seiner 'Ich habe gar keinen Bock'-Tage vor mir steht.

 

Am Ende dann die tragende Verkündung, dass er Signale bekommen hätte, dass sein Team dann nicht fähig werde zu arbeiten und er dann ja morgen auf der Geschäftsstelle alleine sitzen würde. Ich habe mir das so zusammengereimt: Also, die Wirtschaft will/wollte den nicht und die Mitarbeiter auf der Geschäftsstelle evtl auch nicht? Er brachte dann diesen Kompromiss / Konsens dann auch genau so negativ rüber. Nicht, dass ich ein Fan von Kompromissen bin, aber im Leben geht nicht vieles ohne. Kann man denn dann, wenn man einem Kompromiss zustimmt, das nicht anders rüberbringen? Sonst muss man doch nicht einstimmen! Wenn er doch das nur zum Besten (angeblich) gemacht hat, dann zeig es auch und spiel nicht das verletzte Kind. Oder zeig Eier und geh keinen Kompromiss ein. 

 

Die Stimmung danach war natürlich alles andere als rosig. Teile des Mobs witterten Verschwörung, Erpressung und Bedrohungen und gingen voll auf die Barikaden. Da dachte ich ja noch, dass der Daudel jetzt einen Super-Rede sich hat schreiben lassen, alle blöden Äußerungen zurücknimmt, sich entschuldigt, die Leute mitreißt und wir um 23 Uhr nach Hause gehen. Denkste. Denn der Typ war quasi die Cholera (oder der andere die Cholera und er die Pest). Dass er bebuht wurde und man immer dazwischenrief fand ich auch nicht gerade toll, aber da muss er souveräner mit umgehen. Der Typ hatte Null Ausstrahlung, Null Charisma, wirkte dröge und das Schlimmste, er konnte sich nicht entschuldigen. Eine weitere Tugend, den den Menschen heutzutage fehlt. Und sowas soll dann Vorbild / Präsident werden? Outch!

 

Dann kam einer der wenigen guten Leute an diesem Abend. Frank Kottmann (auch ein kritischer Armine und er sollte Vize-Präsident werden, also Teil des Kompromisses). Er stellte nicht sich, sondern Arminia in den Mittelpunkt, stellte kurz da, was er sich erhofft und auch ganz sachlich realistisch, aber trotzdem mit Herzblut dar, dass das jetzige mehr wäre, als man erhofft hätte und plädierte für diesen Kompromiss (ähm nein, Konsens), weil man somit a) die Wirtschaft auf der Seite hätte und b) handlungsfähig sei. Warum Herr Obermann den Kompromiss dann vorher so mies dargestellt hat bleibt die andere Frage (wobei dann natürlich immer noch die mehr als katastrophale Außendarstellung des Herrn Daudel bliebe...). Sofort wünschte man sich diesen Mann als Präsidentschaftskandidat. Kompetent, unverbraucht, selbstsicher aber nicht arrogant, realistisch und mit viel Herzblut dabei, der auch nicht vergaß entsprechenden Menschen Respekt zu zollen und das kam dann auch noch ehrlich rüber. Leider lehnte er dies sehr schnell ab, weil er nun mal einen Full-time-Job hat und erst in 15-20 Jahren gerne Präsident werden würde.

 

Natürlich stellten sich noch Lämmchen, Lauritzen usw. vor. Also die die neuen Leute aus der alten Schmiede und die wirklichen neuen Leute, aber das überspringe ich mal, denn bei der Aussprache wurde es wirklich interessant.

 

(Teil 2 zur Aussprache, Herrn Obermanns weitere Aktion, den Kompromiss, dem großartigen Herrn Vesper und mein Ausblick dann später)

23.6.09 15:57

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