Jahreshauptversammlung Arminia (Teil 2)

Die Aussprache wurde dann von der Tatsache überschattet, dass Obermann den Kompromiss so herüber gebracht hatte, als wenn er eigentlich der beste Kandidat sei, aber erpresst würde und nur weil es das beste für Arminia sei zurücktreten würde von der Kandidatur. Die Leute sprangen da natürlich sofort drauf an, denn sie fühlten sich von allen Leuten hinter das Licht geführt. Leider haben sich bei der Aussprache dann einige nicht mit Ruhm bekleckert.
 

Ein Herr Möntmann fühlte sich z.B. von den kritischen Arminen scheinbar höchst-persönlich auf den Schlips getreten und muss ein paar Bierchen zu viel gehabt haben, anders kann ich mir sein Gehabe nicht erklären. Vielleicht wollte er aber auch nur selber in den Aufsichtsrat.

Ein Mann im rosanen Hemd wollte unbedingt mal was wichtiges sagen, ich weiß immer noch nicht was er wollte, außer sich zu profilieren.

Nicht nur da dachte ich, dass ich auf einer Parteiveranstaltung bin, bei der bei jedem populistischem Gelaber gejohlt wird. Der ein oder andere braucht aber auch scheinbar ein Mikro vor sich, um sich auch mal ganz groß zu fühlen. Typisches Männer-Gockel-Gehabe.

 

Die Krönung der Parteiveranstaltung Jhv war dann aber, als Herr Obermann nochmal zu Wort kam und meinte, dass er die Kandidatur noch gar nicht zurückgezogen hätte. Schmierentheater und enttäuschte Eitelkeiten auf allerhöchstem Niveau, denn zuvor hatte ihm jemand mangelnde Rhetorik unterstellt und außerdem vermisste Herr Obermann scheinbar einen Catering-Service, beschwerte er sich erneut, dass er nichts zu Essen und zu Trinken bekommen würde. Dass man sich Essen und Getränke auch draußen kaufen konnte, musste ihm entgangen sein.

Die Leute jubelten trotzdem, und ich dachte, ich säße im falschen Film. Dachte ich eben noch ich müsste diesen unsäglichen Daudel wählen, musste ich nun befürchten, dass uns Gerhard Schröder-Kentsch durch das Fahrwasser führen würde und zudem noch von der auf Populismus getrimmten Masse bejubelt werde. Mir graute es. Wir waren Kentsch los, wie konnte man dann für einen Politiker Obermann Beifall klatschen?

Der einzige der dazwischen immer noch Sachverstand bewies, war Herr Kottmann, der immer wieder darauf hinwies, dass man handlungsfähig bleiben müsse und es ohne Präsidium keinen Trainer gäben würde und der Konsens wirklich gut wäre. Hin oder her. Ich wusste, dass ich auf keinen Fall ohne Präsidium in die Woche gehen wollte, aber was ich wählen sollte, das wusste ich nicht. 

Daraufhin gab es einen Antrag auf eine halbstündige Pause und  jedem war klar, was das hieß. Neue Kungelein hinter den Kulissen. Ich wusste aber auch, dass ich nicht mehr wählen, sondern nach Hause gehen würde. Frau muss schließlich am nächsten Morgen Brötchen verdienen gehen.

 

Zu Hause angekommen habe ich aber Twitter und NW noch ein Stündchen genutzt, weil ich mich einfach nicht losreißen konnte. Meine zunächst scherzhafte Bemerkung über die beiden unwählbaren Kandidaten, und dass Schwick mir da noch lieber wäre, wurde dann, es ist kaum zu glauben, wahr. Ein erneuter Konsens wurde gefunden indem Schwick wieder Präsident wäre und Kottmann Vize-Präsident. Des Weiteren säße noch ein weiterer Kritsche Armine im Präsidium und Mamerow machte den Schatzmeister während Lämmchen (die gute Seele) natürlich auch bliebe.

Sehr knapp wurde dieses Präsidium dann auch verabschiedet. Was blieb einem aber auch mal realistisch gesehen auch viel anderes übrig? Die Kandidaten hatten es selbst verbockt und zwar so richtig.

 

Ein kurze und äußerst und treffende Zusammenfassung findet man dazu auf Blog5. Dort schreibt man sehr treffend

"Auf der einen Seite ein Präsidentschaftskandidat, der bereits im Vorfeld in kürzester Zeit so viel verbales Geschirr zerdeppert hat, .... Auf der anderen Seite ein Präsidentschaftskandidat, …. sich dann aber im Vorfeld höchst undurchsichtig zu einem "Konsens" tragen lässt, um diesen dann mit merkwürdigem Beigeschmack und widerwillig zu präsentieren …. und sich auf diese Art als verlässlicher Verhandlungs-/Geschäftspartner für die erhoffte Zukunft selbst völlig zu entwerten. Zwei Personen, die den gestrigen Abend hervorragend dazu genutzt haben, sich völlig zu diskreditieren und unwählbar zu machen. Herr Vesper als einziger Profi in einem Meer von Amateuren."

Angesichts der Wahl muss man feststellen, dass Herr Schwick noch die, man wagt es es kaum zu sagen, beste Wahl war. Fraglich ist, ob Schwick jetzt auch die Wirtschaft hinter sich hat oder die nur Daudel als Präsidenten unterstützt hätten. Wichtig ist, dass man ab sofort schon nach einem wirklich geeigneten Kandidaten für 2011 sucht, der den ganzen Verein, vom Armini bis zum Präsidium, hinter sich vereint und noch Gefallen bei Sponsoren & Co. findet. Bis dahin muss man das beste aus dem Schlamassel machen. Bei Schwick weiß man wenigstens, dass er dem Verein nichts böses will. Hoffen wir, dass er es schafft den frischen Schwung aufzunehmen, aber trotzdem nicht wieder zur Marionette verkommt.

 

Herr Vesper als Versammlungsleiter war übrigens das Highlight des Abends. Von mir schon immer sehr gemocht, habe ich ihn seit seinem Auftritt in Annemie Hülchraths Wohnzimmer nicht mehr gesehen gehabt. Schlanker und mit Brille wirkt er souveräner als jeder andere vor Ort und hatte immer einen passenden Spruch auf den Lippen. Vielleicht steht er ja in zwei Jahren als Präsident zur Verfügung.

 

Bleiben die Fragen was und wie viel die Wirtschaft für ihr finanzielles Engagement verlangt? Scheinbar haben sie auf den Rückzug Kentschs und Obermanns bestanden. Warum?

Braucht die Wirtschaft das Präsidium nun in Form von Marionetten oder will man höchstens ('nur') gleichberechtigte Partner sein?

Zu welchem Preis also wird es finanzielle Unterstützung geben?

Und: Wie reagieren sie auf den neuen-alten Präsidenten?

Es bleibt spannend. Definitiv.

23.6.09 23:14

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